Sonntag, 10. September 2017

[Rezension] Kalte Seele, dunkles Herz


Wendy Walker: Kalte Seele, dunkles Herz

Aus dem Amerikanischen von Maria Poets 
Preis: € 14,99 [D]
Einband: Paperback
Seitenanzahl: 384
Altersempfehlung:-
Reihe: -
Verlag: Fischer Scherz

ISBN: 978-3-651-02557-8






Der Inhalt
Frühmorgens an einem Sonntag ist Cass plötzlich wieder da! Vor drei Jahren verschwanden die damals 15-Jährige und ihre zwei Jahre ältere Schwester Emma, alles Ermittlungen verliefen im Sand. Nur die forensische FBI-Psychologin Abby hatte eine Theorie – eine Theorie, die sie jedoch schmerzlich an ihre eigene Kindheit erinnert. Nun erzählt Cass nach und nach, was ihr und ihrer Schwester vor drei Jahren passierte. Und sie verlangt inständig: „Findet Emma!“ Unendlich viele quälende Fragen beschäftigen die Ermittler: Was hat die beiden Mädchen dazu bewegt, damals zu verschwinden? Und vor allem: Wo ist Emma?


Der Titel
Den Titel finde ich hier wirklich schwer zu interpretieren, auch nachdem ich das Buch gelesen habe. Kalte Seele könnte auf die kalte Beziehung hinweisen, die viele der Personen miteinander haben. Dunkles Herz weist auf die Charaktere hin, denke ich, denn irgendwie haben die meisten Figuren eine dunkle, fast schon böse Seite, die nach und nach immer deutlicher wird.

Das Cover
Ich mag es, wenn Cover nicht überladen, sondern eher schlicht sind. Die Metallic-Optik macht es besonders und lässt es herausstechen. Außerdem lässt es keine Rückschlüsse auf den Inhalt zu, auch mal ganz angenehm.

Die Protagonisten
Cass ist ein eher ruhiges, zurückgezogenes Mädchen, das meist nur Zuschauerin ist, ihre Gegenüber aber sehr gut einschätzen kann. Auch als sie mit ihrer Schwester Emma verschwindet, bleibt sie stets an ihrer Seite und gibt niemals auf. Obwohl die beiden Mädchen, die sich kaum gleichen, eine recht schwierige Beziehung haben, vertraut Cass Emma bedingungslos und liebt sie abgöttisch. Emma ist ein sehr schwieriger Charakter: In ihrer Jugend hat sie sich oft mit ihrer Mutter Mrs Martin gestritten, obwohl beide sich – sowohl äußerlich als auch innerlich – sehr ähnlich sind. Mrs Martin war mir beim Lesen sehr unsympathisch. Nicht nur, dass sie sich von ihrer jüngeren Tochter mit Nachnamen anreden lässt, sie bevorzugt Emma auch gegenüber ihrer Schwester. Vor allem Emma beeinflusst und manipuliert sie mit ihrem Verhalten, die dann die Muster ihrer Mutter gegenüber Cass nachahmt. Dr. Abigail Winter ist ein seltsamer Charakter, finde ich. Auch sie hat – wie so viele Personen im Buch – ein Geheimnis, das nach und nach enthüllt wird, aber man kann dennoch nicht vollständig sie und ihr Verhalten durchschauen. Abby ist eine fähige Psychologin und trägt viel zur Lösung des Falles bei. Sie hinterfragt viel und stellt dann ihre ganz eigenen Theorien auf. Allgemein hat man das Gefühl, jeder einzelne Charakter verbirgt ein oder mehrere Geheimnisse vor allen anderen bzw. lügt alle an.

Die Story
Wendy Walker hat uns wirklich total an der Nase herumgeführt! Ich war immer wieder erstaunt und total gefesselt! Der Schreibstil der Autorin ist wirklich toll und sie versteht es, den Leser neugierig zu machen und die Spannung – zumindest meistens – aufrecht zu erhalten.
Die Kapitel waren immer abwechselnd aus Cass‘ und aus Abbys Sicht geschrieben, was ich als sehr angenehm empfunden habe. So war man immer auf dem Laufenden, was die Ermittlungen anging, kann aber auch Cass‘ Sicht der Dinge kennenlernen. Weil Cass‘ Kapitel durch einen Ich-Erzähler erzählt wurden, waren sie persönlicher als die von Abby, was mir besser gefallen hat. Bei Abby spielen viele psychologische Erklärungen eine Rolle, was ich sehr interessant fand.
Besonders die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen waren interessant und auch sehr unterhaltsam. Man hat alles immer nur bröckchenweise erfahren – sehr gemein von Wendy Walker! Witzig war übrigens auch, wie unglaublich kindisch sich die Figuren teilweise benommen haben…
Es kommen immer wieder neue, schockierende Details ans Tageslicht und einerseits möchte man gar nicht die Gründe für all die Ereignisse erfahren. Da man aber so gefesselt ist, kann man gar nicht aufhören mit dem Lesen.

Mein Fazit
Ich habe ja bereits Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Wendy Walker gelesen und kannte die Autorin deshalb schon.  Mit ein Grund, warum ich mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen bin, denn Dark Memories war für mich ein schönes Leseerlebnis. Ich bin froh sagen zu können, dass Wendy Walker mich nicht enttäuscht hat. Im Gegenteil, sie hat mich sogar noch überrascht und sich meiner Meinung nach noch übertroffen.
Ich habe während des Lesens immer wieder neue Theorien aufgestellt und war teilweise schon ziemlich nah an der Wahrheit. Aber trotzdem war ich wirklich überrascht!
Kalte Seele, dunkles Herz unterscheidet sich total von anderen Büchern und ist eigentlich mit nichts zu vergleichen, finde ich. Ich war total vom Buch begeistert und bin ein großer Fan von Wendy Walker! :)

Herzlichen Dank an LovelyBooks und den Fischer Verlag für das Leserundenexemplar!

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