Mittwoch, 15. November 2017

[Just my Life] Darum mache ich ein FSJ

Wie sicher ein paar von euch bereits mitbekommen haben, mache ich seit August ein FSJ. 
Ein FSJ ist ein freiwilliges soziales Jahr, in dem man 6 bis 12 Monate in einer selbst gewählten Einsatzstelle tätig ist. Das kann zum Beispiel in einem Kindergarten sein, in einer Schule, in einer Fördereinrichtung, einem Hort...
In diesem Jahr bekommt man keinen Lohn, sondern bezieht ein Taschengeld von dem jeweiligen Träger, bei dem man für dieses Jahr angestellt ist.


Warum machst du ein FSJ?

Ein Bekannter fragte mich, ob ich das nur machen würde, weil mir nichts besseres einfiele. Ehm, nein!?
Stimmt, ich wollte eigentlich kein FSJ machen. Vor einem Jahr hätte ich noch gesagt, ich studiere heute. Aber meine Pläne haben sich geändert. Aus dem Studium wurde eine Ausbildung. Ich habe sicher um die 30 Bewerbungen geschrieben. Aber leider bekam ich oft gar nicht die Chance mich vorzustellen und direkt eine Absage. Manche Unternehmen haben sich gar nicht erst gemeldet. Und von dem einzigen Firma, bei der ich ein Gespräch hatte, habe ich eine Absage bekommen.
Oft habe ich mich gefragt, woran das denn bitte liegt. Schließlich habe ich Abitur, wollte eine Ausbildung beginnen, für die man - bis auf ein paar Ausnahmen - „nur“ die mittlere Reife braucht. Ich habe auf diese Frage bis zum heutigen Tag keine Antwort gefunden. 
Aber irgendwann habe ich beschlossen, ich muss aufhören zu hoffen, dass ich noch eine Stelle bekomme, und habe mich nach einer Alternative umgeschaut. 

Und wo machst du das FSJ?

Beworben habe ich mich bei drei verschiedenen Stellen. Und ich habe drei Zusagen bekommen. Geht doch, dachte ich mir. 
Gelandet bin ich in einer süßen kleinen Grundschule im Nachbardorf und dort begleite ich die Kinder während ihres Schulalltags.
Um noch einmal auf meinen Bekannten zurückzukommen: Er fragte mich, ob ich denn später in diesem Bereich arbeiten wolle. Zu diesem Zeitpunkt habe ich ihm mit einem deutlichen Nein geantwortet. Das hat ihn irritiert, denke ich und er sah wohl keinen Sinn darin, warum ich ausgerechnet das machen möchte, was für mich sowieso keine Option ist und ich - aus seiner Sicht - ein Jahr verbummle.
Ich sehe das allerdings völlig anders. Die Arbeit mit den Kindern macht mir unglaublich viel Freude, denn obwohl sie oft sehr anstrengend sind, sind Kinder doch das Wunderbarste auf der ganzen Welt! Vor allem, wenn sie wieder einmal zu mir kommen, um mit mir zu spielen oder mit mir Hausaufgaben zu machen, fühle ich mich unheimlich gebraucht und ich bekomme do viel von ihnen zurück!
Allgemein fühle ich mich sehr aufgehoben in der Schule. Es ist einfach so schön, denn jeden Tag bekommt man zu spüren, wie dankbar die Lehrkräfte und auch das Team der Nachmittagsbetreuung sind, dass wir da sind und helfen. 
Ich habe bisher wirklich noch kein einziges Mal gehört, dass ich irgendwas Doofes angestellt hätte oder so. Und darüber bin ich so froh! Es ist eine große Verantwortung, sich um Kinder zu kümmern und ich denke, auch ich trage meinen kleinen Teil zu ihrer Erziehung bei. 




Was haltet ihr denn von einem FSJ? Wer von euch hat schon einmal eins gemacht?

Liebste Grüße,
Miriam

Kommentare:

  1. Huhu Miriam,

    ich finde total großartig was du da machst! Wenn ich nochmal die Chance hätte zu wählen, dann würde ich auf jeden Fall an einer Grundschule landen wollen. Ich hab mich allerdings für einen Beruf in der Industrie entschieden und werde mich wohl damit arrangieren =).
    Ich finde FSJ eine ganz tolle Idee, aber ich habe wirklich null Ahnung, was man da als "Taschengeld" erwarten darf. Ich hätte schon ein bisschen Angst bzgl. der finanziellen Situation. Ich denke das geht wirklich nur, wenn man evtl. die Eltern als finanziellen Background hat.
    Ich bin gespannt wie es danach für dich weitergeht =)

    LG
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      es war auf jeden Fall gut, dass ich mich für die Stelle an der Schule entschieden habe, denn jetzt weiß ich, dass ich das ganz sicher nicht will. ;)
      Ja, auf jeden Fall! Ich wohne zum Glück im Nachbarort meiner Einsatzstelle und habe einen ganz schnellen Schulweg.
      Liebste Grüße,
      Miriam

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