Sonntag, 25. Februar 2018

[Rezension] Das Glück an Regentagen



„Irgendwann wird der Regen aufhören, das tut er immer. Warte einfach ab, wenn du zu nichts anderem Lust hast. Schau einfach hinaus und warte.“
(S.291)



Marissa Stapley: Das Glück an Regentagen

übersetzt von: Katharina Naumann
Preis: € 14,99 [D]
Einband: Paperbook
Seitenanzahl: 304
Altersempfehlung: -
Reihe: -
Verlag: rororo
ISBN:  978-3-499-29170-8


Der Inhalt
Der kleine Ort Alexandria Bay am St.-Lorenz-Storm ist Maes Heimat. Ihre Eltern sind vor vielen Jahren dem Fluss zum Opfer gefallen und nachdem sie auch ihren besten Freund und ihre erste große Liebe Gabe verloren hat, ist auch sie weggegangen. Jahre später kehrt Mae schließlich zurück in das Inn ihrer Großeltern, um ihrem Leben in der Großstadt und der Geschichte um ihren Ex-Verlobten zu entfliehen. Doch nicht nur Mae ist älter geworden, auch ihre Großeltern haben sich verändert. Geheimnisse kommen ans Licht, die die Vergangenheit aus einer ganz anderen Perspektive erleuchten. Hat Mae noch eine Chance auf ihr großes Glück?


Der Titel
Maes Mutter hat eine Liste erstellt für Dinge, die man an Regentagen machen kann. Diese Liste wird mehrmals im Buch erwähnt und vor jedem Kapitel wird ein Punkt genannt. Nachdem es aufgehört hat zu regnen, trifft Mae außerdem eine sehr wichtige Entscheidung. Der Regen spielt also eine besondere Rolle im Buch und das Motiv taucht immer wieder in Verbindung mit Glück auf. Der Titel ist sehr schön gewählt!

Das Cover
Auf dem Cover regnet es zwar nicht – hätte ich auch schön gefunden –, dafür ist aber der St.-Lorenz-Strom zu sehen. Auch der Fluss hat für Mae und ihre Kindheit eine Bedeutung, die nach und nach erklärt wird. Schön finde ich, dass auch die Protagonisten, Mae und Gabe, auf dem Titelbild auftauchen. Es könnte sich bei den beiden Personen aber auch um Lilly und George, Maes Großeltern, handeln, wer weiß. Es wirkt auf jeden Fall sehr harmonisch auf mich.

Die Protagonisten
Mae lebt mit Peter, ihrem Lebensgefährten und Verlobten, in der Stadt und ist Mitarbeiterin in seinem Unternehmen. Eines Tages wacht sie auf und Peter ist weg. Doch nicht genug, von der Polizei erfährt sie, dass alles eine Lüge war: Peters Vergangenheit, ihre Beziehung, die gemeinsame Zukunft. Mae ist vor den Kopf gestoßen und will so schnell wie möglich verschwinden, um das vergangene Jahr hinter sich zu lassen. Ich schätz Mae als eine sehr starke und reife Persönlichkeit ein. Das plötzliche Verschwinden Gabes vor 10 Jahren hat sie nie ganz überwunden und sie konnte ihn nie wirklich vergessen. Ihren Charakter fand ich sehr sympathisch und ich mochte es, Mae auf ihrem Weg zu begleiten.
Gabriel, kurz Gabe, hatte bisher kein leichtes Leben: Vom eigenen Vater misshandelt haben Maes Großeltern den kleinen Jungen bei sich aufgenommen und ihm so die Möglichkeit auf eine behütete Kindheit gegeben. Mittlerweile ist Gabe Mitte 30 und hat eine gescheiterte Ehe hinter sich. Er wohnt alleine in einer kleinen Wohnung und arbeitet als Zeichner für diverse Zeitschriften und sonstige Unternehmen. Gabe mochte ich von Anfang an sehr gerne. Trotz seiner schwierigen Kindheit ist aus ihm eine beeindruckende Persönlichkeit geworden. Allerdings hat er keine sehr hohe Meinung von sich selbst. Er denkt, er sei nicht gut genug für sie und steht sich und seinem Glück mit dieser Einstellung selbst im Weg.

Die Story
Von der ersten Seite an ist man mitten im Geschehen: Mae ist verzweifelt und will aus der Situation fliehen. Ihr Verhalten kann ich total nachvollziehen, ich denke, ich hätte ähnlich wie sie reagiert.
Toll ist, dass die Kapitel abwechselnd aus Maes, Gabes, Lillys und Georges Sicht geschrieben sind, sodass man von allen etwas mitbekommt und den Überblick über die Handlung nicht verliert. So weiß man außerdem über die Gefühle aller Beteiligten Bescheid und ist allwissend, was ja nicht so oft in Büchern vorkommt. Sehr schöne Abwechslung.
Die Landschaft um das Inn von Maes Großeltern wird toll dargestellt und man wünscht sich direkt dorthin.
Obwohl die Handlung sehr rasant ist, gibt es doch Szenen, in denen innegehalten wird und die sich Zeit nehmen für die jeweiligen Personen. Auch Überraschungen gibt es zuhauf und der Spannungsbogen ist jederzeit vorhanden.

Mein Fazit
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere werden sehr lebendig beschrieben und man kann sich jederzeit in sie hineinversetzen.
Besonders das Ende fand ich sehr schön und berührend und ich mochte es sehr.

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